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Immobilienmarkt am Niederrhein 2026: Düsseldorf, Krefeld und Umland im Vergleich

Der Immobilienmarkt am Niederrhein besteht aus unterschiedlichen lokalen Teilmärkten. Ein Reihenhaus in Krefeld, eine Wohnung in Kempen und ein Mehrfamilienhaus im Kreis Kleve haben andere Vergleichsobjekte und Käufergruppen. Für eine Verkaufs- oder Kaufentscheidung braucht es daher eine Einordnung nach Standort und Objektart.

Für eine genauere lokale Einordnung lesen Sie auch die Beiträge zu den Immobilienpreisen in Krefeld und zum Bodenrichtwert und BORIS NRW. Regionale Informationen zur Vermarktung finden Sie auf meinen regionalen Immobilienseiten.

Auf einen Blick

  • 2025 stieg die Zahl der Kauffälle in NRW um rund 10 Prozent, in Düsseldorf um rund 15 Prozent und in Krefeld um rund 11 Prozent.
  • Eigentumswohnungen verteuerten sich landesweit um 7 Prozent. In Düsseldorf entwickelten sich Vor- und Nachkriegsbauten gegenläufig.
  • Ertragsorientierte Objekte gaben in Krefeld um 9 Prozent nach, Renditeobjekte in Düsseldorf legten um 3,5 Prozent zu.
  • Düsseldorf hat mit 1.100 Euro pro Quadratmeter das teuerste Bauland für Einfamilienhäuser in mittlerer Lage in NRW.
  • Für jeden Ort zählen die Berichte des örtlichen Gutachterausschusses, kostenfrei abrufbar über BORIS.NRW.

Welche Marktdaten gibt es für 2026?

Für 2025 liegen die amtlichen Grundstücksmarktberichte vor. Sie werten abgeschlossene Kaufverträge aus und sind keine Echtzeitmessung des Jahres 2026. Für das Land Nordrhein-Westfalen fasst der Obere Gutachterausschuss die Daten im Grundstücksmarktbericht NRW 2026 zusammen.[3] Für Düsseldorf[4] und Krefeld[1] veröffentlichen die örtlichen Gutachterausschüsse eigene Berichte, ebenso die Gutachterausschüsse für Mönchengladbach, die Kreise Viersen, Kleve und Wesel sowie den Rhein-Kreis Neuss. Alle Berichte sind kostenfrei über BORIS.NRW abrufbar.

Für Krefeld gibt es zusätzlich einen vorläufigen Bericht für das erste Halbjahr 2026. Dessen Daten sind noch nicht abschließend bereinigt und nicht vom Gutachterausschuss beschlossen. Sie ergänzen die Beobachtung, brauchen aber eine vorsichtige Interpretation.[2]

Wie haben sich die Preise 2025 entwickelt?

Die Berichte zeigen, wie unterschiedlich sich die Teilmärkte 2025 entwickelt haben:[1] [4] [5]

Kennzahl 2025 Nordrhein-Westfalen Düsseldorf Krefeld
Kauffälle 124.201 (+10 %) 4.688 (+15 %) 1.912 auswertbare (+11 %)
Ein- und Zweifamilienhäuser Preise +3 % freistehend −1,4 %, Reihenhäuser +0,8 % Preise +2 %
Eigentumswohnungen Preise +7 % Vorkriegsbauten −2,3 %, Nachkriegsbauten +1,1 % Weiterverkäufe +5 %
Rendite- und ertragsorientierte Objekte keine Angabe +3,5 % −9 %
Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser Preise +2 % +1 % keine Angabe

Die Berichte grenzen ihre Teilmärkte unterschiedlich ab, die Werte sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar. Deutlich wird trotzdem: Ein Landestrend sagt wenig über einen einzelnen Ort, und innerhalb einer Stadt laufen Häuser, Wohnungen und Anlageobjekte auseinander. Die Krefelder Quadratmeterpreise je Objektart zeigt der Ratgeber Immobilienpreise in Krefeld, die Düsseldorfer Richtwerte nach Lage der Ratgeber Was ist meine Immobilie in Düsseldorf wert?.

Auch beim Bauland zeigt sich das Gefälle: Für den individuellen Wohnungsbau in mittleren Lagen weist der Landesbericht für Düsseldorf mit 1.100 Euro pro Quadratmeter den höchsten Wert in Nordrhein-Westfalen aus, in ländlich geprägten Regionen liegen die Werte teils unter 50 Euro.[5]

Was bedeutet der Landestrend für den Niederrhein?

Der im September 2026 vorgestellte Landesbericht weist für 2025 landesweit rund zehn Prozent mehr Kauffälle als 2024 aus. [3] Diese Belebung beschreibt den Gesamtmarkt des Landes. Sie belegt keine einheitliche Entwicklung am Niederrhein.

Für einzelne Gemeinden bleiben die Berichte und Richtwerte der jeweils zuständigen Gutachterausschüsse sowie aktuelle, möglichst vergleichbare Marktbeobachtungen maßgeblich.

Worauf sollten Verkäufer am Niederrhein achten?

Prüfen Sie aktuelle Konkurrenzangebote und unterscheiden Sie Preisvorstellungen von erzielten Preisen. Wohnfläche, Grundstück, Zustand, Energiebedarf und gegebenenfalls bestehende Mietverhältnisse müssen vergleichbar sein.

Beurteilen Sie die Vermarktung außerdem anhand qualifizierter Anfragen, durchgeführter Besichtigungen und nachvollziehbarer Rückmeldungen. Eine allgemeine Aussage über Angebotsknappheit ersetzt diese Prüfung nicht.

Wie prüfen Kapitalanleger den regionalen Markt?

Für Anlageobjekte gehören tatsächliche Jahresnettokaltmiete, nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltungsbedarf und Finanzierung in eine gemeinsame Rechnung. Ein niedriger Kaufpreisfaktor kann durch Investitionsbedarf oder Leerstand erklärbar sein.

Entwicklungsmöglichkeiten sollten hinsichtlich Genehmigung, Umsetzungskosten und erreichbarer Miete geprüft werden. Eine mögliche Umnutzung oder Aufteilung ist zunächst eine Annahme, bis ihre Voraussetzungen geklärt sind.

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt am Niederrhein

Sind Immobilien am gesamten Niederrhein knapp?

Eine solche Aussage wäre zu pauschal. Die Verfügbarkeit muss für Ort, Preisklasse und Objektart geprüft werden.

Ist ein Landesdurchschnitt für meinen Angebotspreis geeignet?

Er kann einen Rahmen beschreiben. Für den Angebotspreis sind nähere Vergleiche und die Besonderheiten des Objekts erforderlich.

Wo finde ich Marktberichte für Mönchengladbach, Viersen, Kleve, Wesel oder Neuss?

Alle Gutachterausschüsse in Nordrhein-Westfalen veröffentlichen ihre Grundstücksmarktberichte kostenfrei im Landesportal BORIS.NRW. Dort stehen auch die Bodenrichtwerte und, wo vorhanden, Immobilienrichtwerte.

Ist der Niederrhein günstiger als Düsseldorf?

Boden- und Immobilienpreise liegen außerhalb der Landeshauptstadt meist niedriger, die Spannen innerhalb jeder Stadt sind aber groß. Ein Vergleich ist nur für ähnliche Objekte und Lagen aussagekräftig.

Den eigenen Teilmarkt bestimmen

Ich verbinde die verfügbaren Marktdaten mit der Prüfung Ihrer Immobilie. Informationen dazu finden Sie in der Wertermittlung und Marktanalyse. Für die Landeshauptstadt ergänzt der Ratgeber zum Immobilienwert in Düsseldorf die Einordnung.

Für die Umsetzung Ihrer Verkaufsplanung erfahren Sie mehr über meinen Immobilienverkauf in Krefeld und Immobilienverkauf in Düsseldorf.

Quellen und fachliche Grundlagen

  1. Gutachterausschuss Krefeld Grundstücksmarktbericht 2026. Berichtszeitraum 2025; insbesondere Immobilien Barometer auf PDF Seite 11 beziehungsweise gedruckter Seite 3.
  2. Geschäftsstelle des Gutachterausschusses Krefeld Halbjahresbericht 2026. Berichtszeitraum 01.01. bis 30.06.2026; Stand 16.07.2026; vorläufig und ohne abschließende Kaufpreisbereinigung.
  3. Ministerium des Innern Nordrhein-Westfalen Grundstücksmarktbericht Nordrhein-Westfalen 2026. Mitteilung vom 16.09.2026; Berichtszeitraum 2025.
  4. Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Landeshauptstadt Düsseldorf – Grundstücksmarktbericht 2026. Stichtag 01.01.2026, Berichtszeitraum 2025
  5. Land NRW – Grundstücksmarktbericht Nordrhein-Westfalen 2026: Mehr Grundstückskäufe, Preise ziehen wieder an. Pressemitteilung vom 17.09.2026

Fachlicher Stand: 31. Oktober 2026. Alle Quellen zuletzt abgerufen am 31. Oktober 2026.

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Florian Straub

Immobilienexperte